Multiple Sklerose
Physiotherapie bei Multipler Sklerose
1. Was ist Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark ) . Es handelt sich um eine entzündliche, progrediente Erkrankung. Die Schutzhülle( Myelin), welche die Nervenfasern umkleidet, wird dabei beschädigt. Es kommt dadurch zu einer Beeinträchtigung der Nervenfasern, elektrische Impulse zu leiten. Die Stellen, an denen das Myelin beschädigt ist, erscheinen als verhärtete Narbengebiete.
2. Ursache der Multiplen Sklerose
Die Ursache ist noch nicht bekannt. Es laufen derzeit weltweit ca. 2000 Studien zu dieser Erkrankung. Es wird vermutet, daß es sich um eine gestörte Reaktion des körpereigenen Immunsystems handelt
(ähnlich wie bei Arthritis ). Das Immunsystem greift körpereigenes Myelin an.
3. Auftreten von Multipler Sklerose
Frauen sind häufiger betroffen als Männer im (Verhältnis 3:2) .Es ist eine Erkrankung mit einem durchschnittlichen Beginn im Alter von 29- 33 Jahren. Der Krankheitsbeginn kann aber auch früher oder später auftreten.
Auf einer Weltkarte der MS zeigt sie sich als eine Krankheit vor allem der gemäßigten Zonen, während sie im tropischen Bereich sehr selten vorkommt.
In Österreich leiden ungefähr 8000 Menschen an MS.
4. Symptome der MS
MS ist eine sehr vielfältige Erkrankung. Sie wird auch als "die Krankheit mit den 1000 Gesichtern " bezeichnet. Je nach dem, wo das Myelin geschädigt ist, treten verschiedene Symptome auf. Die Symptome können in Schweregrad und Dauer variieren. MS kann in Schüben auftreten . Die Symptome können sich wieder vollständig rückbilden. Die Krankheit kann auch für Monate oder Jahre inaktiv bleiben.
Visusstörungen ( unscharfes Sehen, Doppelbilder )
Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen (Gangunsicherheit, Ungeschicklichkeit) Schwäche, die vor allem die Beine betrifft
Spastizität: eine veränderte Muskelspannung und Steifigkeit, welches Beweglichkeit und Gehen stark beeinträchtigen kann
Sensibilitätsstörungen ( Missempfindungen , Ameisenlaufen )
Blasen- und Darmstörungen
Müdigkeit ( Fatigue )
Hitzeempfindlichkeit .....
5. Physiotherapeutische Maßnahmen und Ziele
Ein sehr haüfiges Problem stellt die Bewegungsstörung und die Spastizität dar. Spasmusreduktion ist ein sehr wichtiges Aufgabengebiet.
Bestimmte Ausgangsstellungen wie Bauchhlage können die Spastizität verringern. Außerdem verbessert Bauchlage die Hüftstreckung, die Streckung des ganzen Körpers, sodaß auch Bewegungseinschränkungen reduziert werden können. Mobilität und Selbstständigkeit soll so lange wie möglich erhalten bleiben..
Druck und Belastung auf die Beine kann ebenfalls die Spastizität reduzieren . Ein Stehtraining ist deshalb ratsam.
Das Dehnen der neuralen Strukturen ( Nerven ) hat ebenfalls eine positive Auswirkung auf die Spastizität ( z.B.: Langsitz ).
Kräftigung und Aufrichtung des Rumpfes in verschiedenen Ausgangsstellungen mit verschiedenen Behandlungstechniken ,
Koordinatinstraining,
Gleichgewichtstraining besonders im Stehen sind wichtige Maßnahmen.
Zur Erleichterung im Alltag ist es nötig, den Patienten bei Bedarf mit adäquaten Hilfsmitteln zu versorgen (Stock, Fußschiene , Rollstuhl ).
Wichtig ist auch, daß der Patient ein eigenständiges, individuelles Training zu Hause durchführt . Studien haben gezeigt das Ausdauertraining sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Besonders das Fatigue Syndrom kann dadurch etwas gemindert werden.
Derzeit stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Symptome behandeln und auch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.
Aus den publizierten Untersuchungen und auch aus meiner Erfahrung ist zu sagen, daß zielorientierte Physiotherapie die Krankheit positiv beeinflusst, indem die Selbständigkeit und Aktivität des Patienten verbessert wird.